Goldene Wege der Promotionsfinanzierung 3 Wochen ago

Wenn es ums Promovieren geht, führen viele Wege nach Rom. Nicht nur die Rahmenbedingungen der Betreuung, das Thema und die Promotionsdauer sind ein höchst individuelle Eigenschaften – auch die Finanzierungsmöglichkeiten sind vielseitig. Einen Überblick über verschiedene Wege der Finanzierung sowie hilfreiche Links für weitere Informationen gibt’s hier:

Anstellung an der Uni

Die gängigste Art die Doktorarbeit zu finanzieren, führt über ein Beschäftigungsverhältnis an der Universität. Promovierende werden als wissenschaftliche MitarbeiterInnen in Forschung und Lehre eingesetzt und erhalten ihr Gehalt aus dem Haushaltsplan der Universität oder aus Drittmitteln öffentlicher oder privater Forschungsförderungen wie beispielsweise der EU. Die Vergütung wird tarifvertraglich geregelt – je nach Bundesland und vorheriger Berufserfahrung im entsprechenden Fachgebiet wird eine Vollzeitstelle mit 3.000 bis 4.000 Euro brutto entlohnt. Die wenigsten Doktoranden werden jedoch als Vollzeitkräfte beschäftigt. Üblich sind halbe Stellen, bei denen der Bruttoverdienst entsprechend angepasst wird und bei ca. 1.500 Euro liegt. Häufig ist die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf drei bis vier Jahre befristet. Welcher Anteil der Arbeitszeit dabei für die eigene Forschung verwendet werden darf und welcher auf Verpflichtungen in Forschungsprojekten und Lehraufträgen seitens der Professur entfällt, wird mit der jeweiligen Forschungseinrichtung individuell vereinbart.

Weitere Informationen zu den tarifvertraglichen Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Mitarbeiter in Deutschland sowie konkrete Vergütungsbeispiele findet ihr hier.

Promovieren mit Stipendium am Graduiertenkolleg

Seit 2015 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Doktoranden in sogenannten Graduiertenkollegs. Das sind auf einen bestimmten Zeitraum festgelegte Forschungsprogramme an ausgewählten Universitäten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert werden. Jedes Kolleg vergibt in einem Rhythmus von drei Jahren Promotionsstipendien in Höhe von 1.000 Euro bis 1.356 Euro monatlich. Die maximale Förderdauer beträgt in diesen Programmen drei Jahre. Ein überdurchschnittlich abgeschlossenes Studium sowie Interesse am jeweiligen Themenschwerpunkt des Kollegs, Erfahrung und Talent fürs wissenschaftliche Arbeiten und allgemeine Leistungsbereitschaft sind Grundvoraussetzungen für ein Stipendium des DFG. Darüber hinaus legen die einzelnen Graduiertenkollegs eigene Kriterien fest.

Weitere Informationen gibt es direkt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Unter diesem Link-findet ihr beispielsweise eine Liste der aktuell laufenden Graduiertenkollegs – sortiert nach Fachrichtung und Region. Bei Interesse an der Arbeit in einem Kolleg kann sich direkt an die angegebenen Ansprechpartner gewandt werden. Die Bewerbung um ein Stipendium erfolgt ebenfalls beim jeweiligen Kolleg selbst.

 

Photo by Fabian Blank

Promotionsstipendien der Begabtenförderungswerke

Insgesamt 13 deutsche Begabtenförderungswerke unterstützen Studierende und Promovierende mit herausragenden universitären Leistungen finanziell und ideell im Rahmen ihrer Stipendienprogramme. Die Stipendien werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewährt.  Der Fördersatz für Promovierende beträgt 1.350 Euro monatlich.

Die Begabtenförderungswerke werden insbesondere von großen politischen Parteien und Kirchen getragen und sind fachlich ungebunden. Jedoch gelten bei der Bewerbung um ein Stipendium besondere Anforderungen an die Qualität des Promotionsvorhabens. Neben Forschungstalent und überdurchschnittlichen Leistungen im bisherigen Studium wird von Promotionsstipendiaten außerdem herausragendes ehrenamtliches Engagement sowie der Blick „über den Tellerrand“ verlangt. Die Begabtenförderungswerke sind in sogenannten Hochschulgruppen an den Universitäten vertreten. Dort werden Stipendiaten aus diversen Fachrichtungen zum persönlichen wie fachlichen Austausch angeregt und organisieren selbst Veranstaltungen zu Themen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Darüber hinaus werden Sie durch einen Ansprechpartner – einem sogenannten Vertrauensdozenten – vor Ort betreut. Das ehrenamtliche Engagement der Stipendiaten sollte im Einklang mit den Zielen der jeweiligen Stiftung stehen und kann politischer, sozialer oder kirchlicher Natur sein.

Das Bewerbungsverfahren erfordert in einem ersten Schritt die Einreichung schriftlicher Bewerbungsunterlagen, welche aussagekräftig in Bezug auf die persönliche Motivation und Eignung sowie das konkrete Promotionsprojekt sind. Anhand dieser erfolgt eine Vorauswahl. Kandidaten werden anschließend zu einer (häufig mehrtägigen) Auswahltagung eingeladen, im Rahmen derer sie ihre fachliche sowie persönliche Qualifikation unter Beweis stellen können. In der Regel geschieht dies anhand von  Gruppendiskussionen, Einzelgesprächen und schriftlichen Assessments.

Unter www.stipendiumplus.de organisieren sich die Begabtenförderungswerke auf einer gemeinsamen Homepage. Dort berichten Stipendiaten ebenfalls von ihren Erfahrungen als Teil einzelner Stipendienprogramme. Darüber hinaus stellt jedes Begabtenförderungswerk ausführliche Informationen zu ihren Zielen, Fördermöglichkeiten sowie -bedingungen zur Verfügung. Eine Übersicht mit entsprechenden Links findet ihr hier:

Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU)

Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD)  

Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen)

Hans-Böckler-Stiftung (Gewerkschaften)

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FDP)

Rosa Luxemburg Stiftung (DIE LINKE)

Hanns-Seidel-Stiftung (CSU)

Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Studienstiftung des Deutschen Volkes

Avicenna Studienwerk

Cusanuswerk Bischöfliche Studienförderung

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk

Evangelisches Studienwerk Villigst

Die Industriepromotion

Immer mehr Industrieunternehmen schreiben konkrete Forschungsprojekte aus und bieten praxisnahe Möglichkeiten der Promotion für angehende Wissenschaftler. Insbesondere in Wachstumsbranchen wie der Umwelttechnik und digitalen Forschungsfeldern erfreuen sich innerbetriebliche Promotionen immer größerer Beliebtheit. Die besondere Herausforderung der Industriepromotion ist, sowohl den Anforderungen des Betriebes als auch jenen der universitären Einrichtung gerecht zu werden. Dafür können Doktoranden die für die Promotion benötigten Daten direkt im Unternehmen sammeln und werden mit einem Einstiegsgehalt, das vergleichbar mit dem eines Masterabsolventen ist, entlohnt. Wie die solche Promotion in einem Industrieunternehmen konkret aussehen kann, lest ihr hier.

HeaderPhoto by Dave Barger.

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