Promotion: Doktor oder PhD? 9 Monaten ago

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Nach der Anpassung zahlreicher Studiengänge an das 2-stufige Bachelor-Master-System verleihen immer mehr deutsche Universitäten ebenfalls den internationalen Doktorgrad des PhD. Was unterscheidet diesen vom deutschen Doktortitel und welche Vorteile bietet er? Was müssen Postgraduierte beachten, wenn sie sich für ein PhD-Promotionsprogramm entscheiden und wie sieht es mit der Anerkennung in Deutschland und dem Rest der Welt aus? Antworten zu den gängigsten Fragen für alle angehenden Wissenschaftler, die vor der Frage „Doktor oder PhD?“ stehen.

PhD – ein Doktor der Philosophie?

Der PhD ist der am häufigsten verliehene Doktorgrad im englischsprachigen Raum und wird genauso wie der „klassische“ Doktortitel in Verbindung mit dem Fach geführt, in dem promoviert wurde. Irreführend ist daher die Idee, dass der PhD zwangsläufig mit einem geisteswissenschaftlichen Fach verbunden ist. Der Begriff Philosophical Doctorate (PhD) nimmt lediglich Bezug auf die historische Bedeutung der Philosophie als „Mutter aller Wissenschaften“. Ein PhD-Grad kann in jedem Forschungsfach erlangt werden.

Worin unterscheidet sich der PhD vom deutschen Doktor?

Beide Promotionswege richten sich an Postgraduierte, d. h. sie können im Anschluss an ein Masterstudium absolviert werden. Während Programme, die auf die Erlangung des deutschen Doktorgrades abzielen, abhängig vom Forschungsfach unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen, dauert ein PhD-Programm in der Regel nicht länger als drei bis vier Jahre. Bei der Wahl zwischen PhD und Doktor sollte vor allem berücksichtigt werden, dass der Weg zum PhD in der Regel verschulter als der zum Doktortitel ist. Beispielsweise beinhaltet ein PhD-Programm neben der eigentlichen Erstellung der Dissertation auch den Besuch von Lehrveranstaltungen und Seminaren sowie das Ablegen von Prüfungen, was es dem Masterstudium insgesamt ähnlicher macht. PhD-Studenten sind meist in größere – mitunter personenübergreifende – Projekte eingebunden und forschen daher häufig in Teams. Doktoranden hingegen sind in der Regel als wissenschaftliche Mitarbeiter an einem Lehrstuhl tätig und gehen dort in individueller Art und Weise ihrem Promotionsprojekt nach. Die Entscheidung zwischen PhD und Doktor ist damit auch mit der Überlegung verbunden, welche Arbeitsweise der eigenen Präferenz entspricht. Das PhD-Programm kann insgesamt als strukturierter und kollektiver beschrieben werden. Doktorandenprogramme versprechen mehr Freiraum für individuelle Forschungsarbeit.

Wie steht es um die Anerkennung?

Sowohl die herkömmliche deutsche Promotion als auch der PhD-Titel genießen weltweit einen hervorragenden Ruf, sodass keiner der beiden Doktorgrade als höherwertig bezeichnet werden kann. Der PhD ist für seine internationale Ausrichtung bekannt. Wer eine Forschungskarriere im Ausland anstrebt, mag sich aus diesem Grund für den PhD entscheiden. Grundsätzlich lässt sich ein PhD ebenfalls in einen deutschen Doktor umwandeln. Vorsicht ist lediglich bei der Übersetzung des deutschen Doktorgrads geboten. Ausschließlich Doktortitel, die im Rahmen eines Forschungsdoktorates erworben wurden, berechtigen ebenfalls zum Führen des PhD-Titels.

Kurz und Knapp:

Der PhD findet im Zuge der weiter voranschreitenden Internationalisierung der Bildungsstandards zunehmend Einzug in die deutsche Forschungslandschaft. Bislang ist es den deutschen Universitäten freigestellt, welchen Titel sie verleihen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Anzahl der in Deutschland angebotenen PhD-Programme in den kommenden Jahren ansteigen wird. Die beiden Abschlüsse werden grundsätzlich als gleichwertig angesehen. Sie unterscheiden sich oftmals lediglich in struktureller Hinsicht sowie in der Dauer des Programms. Die Entscheidung für das eine oder andere Postgraduiertenprogramm sollte vor allem von der eigenen Arbeitsweise sowie den individuellen (internationalen) Karriereplänen abhängig gemacht werden.

Der Begriffs-Dschungel im Uni-Alltag kann manchmal ganz schön verwirrend sein. Postdoc, Juniorprofessur, Privatdozent: Was steckt eigentlich dahinter? Eine Übersicht erhältst du in diesem Artikel.

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This entry has 2 replies

Leider macht dieser Post wenig Sinn, zumindest für Naturwissenschaftler. Die meisten Doktoranden sind an Graduiertenschulen angeschlossen und müssen auch ein Kursprogramm absolvieren. Die Ausrichtung und Art der Projekte haben nichts mit dem Titel zu tun, der am Ende rauskommt, sondern eher mit der Arbeitsgruppe/dem Lehrstuhl an dem man arbeitet. Der Titel entscheidet nicht, ob man international Karriere macht, sondern die geleistete Arbeit und ihre Sichtbarkeit und das Karrierenetzwerk

Saskia Pauly

Vielen Dank, Frau Preu, für Ihren Hinweis! In der Tat sind die im Artikel thematisierten Punkte nur grobe Richtlinien. Ihre Erfahrung verdeutlicht, dass die Grenzen zwischen PhD- und Doktorandenprogrammen zunehmend fließend sind. Weshalb die pauschale Beantwortung der Frage, was eigentlich mehr wert ist, auch keine leichte ist. Schlussendlich ist jede Promotion von vielerlei individuellen Faktoren abhängig – nicht zuletzt von den konkreten Anforderungen des jeweiligen Lehrstuhls oder Instituts.

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