Wie funktioniert eine Plagiatssoftware? 3 Wochen ago

Keine Lust auf lange Texte? Hier gehts direkt zu „Kurz und Knapp“.

Inhalt

Das Wichtigste zuerst: Was ist ein Plagiat?
Wie kommen Plagiate beim Zitieren zustande?
Nachlässige oder unzulängliche Zitate
Um- oder Neuformulierungen
Sogenannte „Bauernopfer“
Wie funktioniert eine Plagiatssoftware?
Gründe für eine Plagiatssoftware
Literatur

Karl-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin oder Annette Schavan – drei prominente Personen, die wegen Plagiaten in ihren Dissertationen in Bedrängnis gerieten. Als Konsequenz wurde ihnen nicht nur der Doktortitel aberkannt, sie mussten letztendlich auch von ihren politischen Ämtern zurücktreten. Damit es bei der eigenen Abschlussarbeit erst gar nicht so weit kommt, sind zweierlei Dinge wichtig: Erstens, wissen, was ein Plagiat ist und zweitens, eine Plagiatssoftware benutzen.

Dieser Artikel klärt die folgenden Fragen: Wann handelt es sich um ein Plagiat, wie kommen Plagiate beim Zitieren in Abschlussarbeiten zustande und wie kann man sich vor (unbeabsichtigtem) Plagiieren schützen. Daran anschließend geht es um die Funktionsweise einer Plagiatssoftware – eine hilfreiche Erfindung, mit der man sich beim Schreiben der Abschlussarbeiten sicherer fühlen kann.

Das Wichtigste zuerst: Was ist ein Plagiat?

Foto: Kiwihug on Unsplash

Nach der Definition im Duden handelt es sich bei einem Plagiat um die „unrechtmäßige Aneignung von Gedanken, Ideen o. Ä. eines anderen auf künstlerischem oder wissenschaftlichem Gebiet und ihre Veröffentlichung“. Mit anderen Worten: Ein Plagiat beraubt einen Autor um die rühmliche Erwähnung seiner Erfindung oder Entdeckung (vgl. Mayntz 1999).

Insbesondere im wissenschaftlichen Kontext, beim Verfassen von Seminararbeiten, der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation kommt es zu Plagiaten – absichtlich oder unabsichtlich.

Vorsätzlich sind Plagiate dann, wenn

  • wörtliche Übernahmen ohne Quellenangabe erfolgen,
  • fremde Gedankengänge ohne Quellenangabe in eigenen Worten wiedergegeben werden,
  • Textpassagen oder fremde Gedankengänge aus einem fremdsprachigen Werk ohne Quellenangabe übersetzt werden,
  • Zitate aus Texten ohne Quellenangabe oder
  • prägnante Formulierungen und sprachliche Schöpfungen ohne Quellenangabe übernommen werden (vgl. Merkblatt „Was ist ein Plagiat?“ der Universität Düsseldorf).

So handelt es sich um den Diebstahl geistigen Eigentums, der nach § 97 des Urheberrechtgesetzes (UrhG) nicht nur zivil- und strafrechtliche Folgen hat. Im universitären Rahmen kann er zur Exmatrikulation oder Aberkennung des akademischen Grades führen. Insbesondere, wenn man in der Eidesstattlichen Versicherung die eigenhändig erbrachte Prüfungsleistung garantiert hat (vgl. Rommel 2011, S. 197).

Wie kommen Plagiate beim Zitieren zustande?

Aber wie kann es passieren, dass Plagiate beim Zitieren in wissenschaftlichen Texten zustande kommen? Nachfolgend sind die drei häufigsten Fehler erklärt:

Nachlässige oder unzulängliche Zitate

Zu den häufigsten Fehlern gehört das nachlässige oder unzulängliche Zitieren in der Seminararbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation – also verletzte Zitierkonventionen und „schlampige Zitate“ (vgl. Rieble 2013, S. 42). Unter Zeitdruck und mit dem fehlenden Überblick über Primär- und Sekundärliteratur, passiert es, dass man falsche oder unvollständige Quellenangaben macht. Oft zitiert oder paraphrasiert man Textpassagen oder fremde Gedankengänge und verweist nur mit „vgl.“ oder „siehe auch“ auf den Urheber. Auch dies ist ein, wenn auch unbeabsichtigtes, Plagiat.

Um- oder Neuformulierungen

Bei der Vielzahl an Literatur, die man zum Thema der eigenen Arbeit liest, ist es schnell passiert: Fremdes Gedankengut, Formulierungen und prägnante Begriffe werden im eigenen wissenschaftlichen Text um- oder neuformuliert. Für Experten auf dem Fachgebiet und Plagiatssoftware ist diese Form von Plagiaten aber erkennbar.

Sogenannte „Bauernopfer“

Im Workshop zu Plagiat und Plagiaterkennung der Universitätsbibliothek Heidelberg wird auch auf sogenannte „Bauernopfer“ verwiesen. Diese Form von Plagiaten entsteht ebenso unabsichtlich: Man gibt an einer unbedeutenden Stelle die verwendete Quelle an, übernimmt nachfolgend aber weitere Textpassagen oder Gedankengänge ohne den entsprechenden Quellennachweis.

Eine gut sortierte Notizensammlung beugt diesen drei Fehlern vor. Strukturierte Zettelkastensoftware und digitale Schreibhelfer wie Auratikum verringern das Risiko des unbeabsichtigten Plagiierens. Um ganz sicher zu gehen, kann man die wissenschaftliche Arbeit nach der Fertigstellung einer professionellen Plagiatsprüfung unterziehen.

Wie funktioniert eine Plagiatssoftware?

Foto: Jesus Kiteque on Unsplash

Um Plagiate zu erkennen und aus der Abschlussarbeit zu verbannen, gibt es spezielle Plagiatssoftware. Dafür muss man den Text hochladen – ganz gleich ob es sich dabei um eine Seminararbeit, Bachelorarbeit und Masterarbeit, Dissertation oder einen wissenschaftlichen Aufsatz wie z. B. ein Essay handelt.

Mit Hilfe eines Algorithmus scannt die Plagiatssoftware den hochgeladenen Text nach Duplikaten im World Wide Web und greift dafür auf Milliarden von Quellen zu. Anschließend analysiert das Programm den Grad der Übereinstimmung und markiert betroffene Textstellen farbig. Außerdem wird die Textstelle mit einem Link zur Ursprungsquelle versehen.

Gründe für eine Plagiatssoftware

Eine Plagiatssoftware vereinfacht die Korrektur: Da die Textstellen nicht nur markiert, sondern auch mit einem Verweis zur eigentlichen Quelle versehen werden, kann man zitierte oder paraphrasierte Textstelle ordnungsgemäß belegen. So erspart man sich den erneuten Gang in die Universitätsbibliothek.

Auch die Tatsache, dass eine Plagiatssoftware vom Upload über den Scan bis hin zur korrigierten Datei nur etwa 30 Minuten braucht, ist ein entscheidender Grund dafür, ein solches Programm zu nutzen. Besonders, wenn der Abgabetermin der Arbeit bereits vor der Tür steht.

Mit nur wenigen Klicks kann die Datei hochgeladen werden – von der Festplatte, Google Drive, Dropbox oder anderen Clouddiensten. Dabei bleiben die Daten anonym, Dritte haben keinen Zugang zu Dokumenten oder Nutzerdaten. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Scan wird die Datei schließlich gelöscht.

Kurz und Knapp:

Auch das wiederholte Korrekturlesen und Lektorat einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation bewahrt einen selbst nicht davor, dass man seine eigenen Fehler übersieht. Unter Zeitdruck, Nervosität oder schlichtweg, weil man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, erkennt man auch unzulängliche Zitate oder unvollständige Quellenangaben nicht. Mit einer Plagiatssoftware überlässt man dabei nichts dem Zufall! Will man sich also sicher beim wissenschaftlichen Arbeiten fühlen, sei die Nutzung eines Plagiatsscanners ans Herz gelegt. So kann man die Arbeit letztendlich mit gutem Gewissen einreichen. Wer ganz sicher gehen und eine solche Software nicht gleich erwerben will, nutzt Anbieter wie Mentorium, bei denen man eine Plagiatsprüfung mit der gängigen und von den Hochschulen genutzten Software in Auftrag geben kann.

Literatur

Rieble, Volker (2013): Erscheinungsformen des Plagiats, in: Plagiate: Wirtschaftsethik und Recht, Bayreuth.

Rommel, Thomas (2011): Plagiate – eine Gefahr für die Wissenschaft? Eine internationale Bestandsaufnahme, Berlin.

Mayntz, Renate (1999): Betrug in der Wissenschaft: Randerscheinung oder wachsendes Problem?, in: MPIfG working paper, No. 99/4, Köln.

Weiterführende Literatur:

Jakobs, Eva-Maria (1993): „Das kommt mir bekannt vor …“, Plagiate als verdeckte Intertextualität, in: Zeitschrift für Germanistik, Berlin.

Waiblinger, Julian (2012): „Plagiat“ in der Wissenschaft, Zum Schutz wissenschaftlicher Schriftwerke im Urheber- und Wissenschaftsrecht, Freiburg.

Über die Autorin:

Unsere Gastautorin Marina Feidel arbeitet für Mentorium, den Marktführer für alle Dienstleistungen rund um Abschlussarbeiten, also z.B. das Lektorat und Korrekturlesen für die Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, Plagiatsprüfungen oder die Formatierung. Sie schreibt regelmäßig Blogartikel zum wissenschaftlichen Schreiben und erfolgreichen Studieren für die Wissensdatenbank von Mentorium und kennt sich mit allen Themen rund ums Studium bestens aus.

Headerfoto: Laura Johnston on Unsplash

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