Literaturverzeichnis in Word erstellen - So geht‘s 2 Monaten ago

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Literaturarbeit ist mühsam. Recherche, Lektüre und die korrekte Dokumentation der Fremdquellen kostet häufig den Großteil der Bearbeitungszeit von komplexen wissenschaftlichen Abschlussarbeiten wie etwa einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit. Mit der richtigen Herangehensweise und ein paar Kniffen wird alles zum Glück jedoch einfacher. Ein automatisch in Word erstelltes Literaturverzeichnis spart nicht nur Mühe und Zeit, sondern hilft ebenfalls beim fehlerfreien Zitieren. Doch welche Funktionen bietet Word konkret und wie legt man ein solches Verzeichnis sinnvoll an? Die Schritt für Schritt-Anleitung gibt’s hier.

Wie du noch effektiver Literaturrecherche betreibst, liest du übrigens in diesem Blogbeitrag.

Die Bedeutung des Literaturverzeichnisses in der Abschlussarbeit

Ob Seminararbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation: Der Weg zum eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn führt im ersten Schritt immer über die Auseinandersetzung mit Fremdwissen. Tatsächlich lassen sich die häufigsten Fehler, die zu Punktabzug bei der Benotung von Haus- und Abschlussarbeiten und im schlimmsten Fall zu Plagiatsvorwürfen führen, auf Nachlässigkeiten beim Zitieren zurückführen. Sorgfältiges Recherchieren und das korrekte und vollständige Kennzeichnen der verwendeten Literatur sind damit unerlässlich für jede wissenschaftliche Arbeit. Das Literaturverzeichnis ist aus diesem Grund integraler Bestandteil eines jeden wissenschaftlichen Schreibprojekts.

3 Gründe für ein automatisches Literaturverzeichnis in Word

Je umfangreicher die wissenschaftliche Arbeit ist, desto mühsamer ist häufig auch die manuelle Erstellung des Literaturverzeichnisses. Ein automatisch in Word angelegtes Literaturverzeichnis ist in diesem Fall aus drei Gründen sinnvoll und hilfreich:

 

  • Es spart Zeit und Nerven – insbesondere wenn der Abgabetermin der Seminararbeit, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit bereits vor der Tür steht. Wenn du die Erstellung des Literaturverzeichnisses an Word delegierst, hast du schlichtweg mehr Zeit für die inhaltliche Auseinandersetzung mit deinem Thema.

 

  • Es lässt sich nicht nur bequem erstellen, sondern ebenfalls fortlaufend aktualisieren und anpassen. Hast du die grundlegenden Einstellungen in Word vorgenommen, deine Literaturquellen erfasst und Formatvorlagen ausgewählt, generierst du das Literaturverzeichnis in Word nahezu mühelos mit einem Klick. Ebenso leicht lässt es sich jedoch in Sekundenschnelle verändern und anpassen. Möchtest du beispielsweise deinen Zitierstil im Nachhinein wechseln, veränderst du lediglich die Formatvorlage des Literaturverzeichnisses. Die Darstellungsform deiner Referenzen wird dabei automatisch aktualisiert – jede Quelle an sich bleibt jedoch unverändert.

 

  • Es garantiert die Einheitlichkeit deiner Quellenverweise. Hast du die entsprechenden Formatvorlagen gewählt, werden alle Verweise der vordefinierten Struktur entsprechend eingefügt. Damit eliminierst du eine der Hauptursachen für unbeabsichtigtes Plagiieren: Den Verstoß gegen formale Zitierkonventionen.

Schritt für Schritt-Anleitung zum perfekten Literaturverzeichnis in Word

Microsoft Word verfügt über die Funktion, Literaturarbeit und Textverarbeitung zu vereinen. So kannst du Literaturquellen bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten direkt in Word automatisch verwalten und ersparst dir das mühsame manuelle Formatieren des Literaturverzeichnisses. Wie das genau funktioniert, zeigen wir dir Schritt für Schritt anhand von Screenshots aus Microsoft Word 2010.

Die genaue Vorgehensweise hängt dabei auch von der eigenen Arbeitsphilosophie ab. Microsoft Word 2010 bietet die Freiheit, das automatische Literaturverzeichnis auf zweierlei Wege zu erstellen:

Vollständige Quelle – Methode

Literaturquellen werden zunächst mit ihren bibliografischen Daten im Word Quellen-Manager erfasst. Anhand dieser Informationen generiert Word selbstständig sowohl Kurzverweise im Text als auch das Literaturverzeichnis nach den formalen Kriterien des eigens ausgewählten Zitierstils.

Platzhalter – Methode

Für Quellenhinweise im Text werden zunächst ausschließlich Platzhalter verwendet, die erst nach Fertigstellung eines Absatzes oder Kapitels durch die vollständigen Quellenangaben ersetzt und anschließend automatisch von Word im Kurzverweis sowie Literaturverzeichnis aktualisiert werden.

Im Folgenden zeigen wir dir die Vollständige Quelle-Methode Schritt für Schritt an einem Beispielartikel von Niklas Luhmann, der 1981 in einem Sammelband des VS Verlags für Sozialwissenschaften erschien.

So geht’s:

Schritt 1: Zitierstil auswählen

Egal, für welche Methode du dich entscheidest. Am besten nimmst du zuallererst die Einstellungen zum Zitationsstil in den Formatvorlagen vor. Obwohl sich diese Einstellungen jederzeit ändern lassen, ist es sinnvoll dein Literaturverzeichnis direkt im gewünschten Stil automatisch in Word erstellen zu lassen.

Welcher Stil in deinem Fach der richtige ist, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Der Pfad Verweise -> Formatvorlage führt dich direkt zum Drop Down Menü, aus dem du den gewünschten Zitationsstil auswählen kannst. Alle automatisch in Word erzeugten Kurzverweise und das Literaturverzeichnis werden nun an jeder Stelle in deiner wissenschaftlichen Arbeit einheitlich in diesem Stil angezeigt. Bereits diese Funktion erleichtert dir das spätere Korrekturlesen und beugt Zitationsfehlern gezielt vor.

 

Schritt 2: Referenzen hinzufügen

In unserem Fall möchten wir den Sammelbandartikel von Niklas Luhmann zum Quellen-Manager in Word hinzufügen und ihn anschließend mehrfach im Text per Kurzverweis zitieren.

Der Pfad Verweise -> Quellen verwalten öffnet den Quellen-Manager. In diesem siehst du zunächst zwei Listen: Die Masterliste, in der sämtliche in Word archivierte Literaturquellen gelistet werden – also auch die aus anderen Dokumenten – sowie die aktuelle Liste, in der du alle deine Quellen aufbewahren kannst, die du für dieses Schreibprojekt z. B. deine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit benötigst. Mit einem Klick auf Neu… öffnet sich ein neues Fenster Quelle erstellen. In diesem kannst du eine neue Referenz hinzufügen.

Achtung: Bevor du alle bibliografischen Daten in die Felder einträgst, solltest du sichergehen, dass das Häkchen im Feld Alle Literaturverzeichnisfelder anzeigen aktiviert ist. Dies entspricht nicht der Defaulteinstellung von Word, ist abhängig vom Quellentyp jedoch manchmal notwendig, um zusätzliche Felder wie Auflage (Edition) oder Reihe einzublenden. Insbesondere bei Zeitschriftenartikeln zeigt die vereinfachte Ansicht nicht alle Felder für die benötigten Angaben wie z. B. die Heftnummer.

In unserem Sammelband-Fall reichen alle Felder aus, um die bibliografischen Daten zu vervollständigen. Ist die Angabe komplett, wird sie mit Klick auf OK zum Quellen-Manager hinzugefügt.

Die Referenz taucht nun sowohl in der Masterliste als auch in der Aktuellen Liste auf. Unter Vorschau im unteren Bereich des Fensters wird die Literaturangabe im ausgewählten Zitationsstil visualisiert. So kannst du prüfen, wie sie als Kurzverweis im Text sowie im späteren Literaturverzeichniseintrag aussehen wird.

Schritt 3: Automatische Kurzverweise im Text erstellen

Möchtest du die neu hinzugefügte Quelle nun im Text zitieren, ziehst du den Cursor einfach an die Stelle im Text, an der der Kurzverweis automatisch erstellt werden soll. Anschließend klickst du in der Symbolleiste auf Zitat einfügen, woraufhin sich ein Drop Down Menü mit allen Referenzen öffnet, die sich in deiner Aktuellen Liste befinden. Wählst du die gewünschte Quelle aus, erscheint der Kurzverweis automatisch an der gewünschten Stelle im ausgewählten Zitierstil.

Da es sich in unserem Fall um ein direktes Zitat handelt, gebieten es die Zitierkonventionen, die Seitenzahl anzugeben, auf der das Zitat seinen Ursprung hat. Ein rechter Mausklick auf den neu erstellten Kurzverweis macht es möglich, das Zitat um die Seitenzahl zu ergänzen. Dazu klickst du einfach auf Zitat bearbeiten und gibst die Seitenzahl ein. Mit einem Klick auf OK wird der Kurzverweis automatisch aktualisiert.

Schritt 4: Literaturverzeichnis automatisch einfügen und aktualisieren

Zum Schluss fehlt nur noch das Literaturverzeichnis selbst. Dieses wird in der Regel zwischen Textteil und Anhang in der Seminararbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation eingefügt und auch im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Um ein automatisches Inhaltsverzeichnis in Word einzufügen, solltest du alle verwendeten Quellen im Quellen-Manager vollständig verwaltet haben. Anschließend ziehst du den Cursor an die Stelle, an der das Inhaltsverzeichnis automatisch von Word generiert werden soll und wählst in der Symbolleiste Literaturverzeichnis aus, um deine persönliche Literaturliste von Word erstellen zu lassen.

Das automatisch erstellte Literaturverzeichnis erscheint einheitlich im ausgewählten Zitierstil und in alphabetischer Reihenfolge. Fügst du weitere Quellen hinzu oder möchtest du beispielsweise den Zitierstil im Nachhinein ändern, genügt ein Klick auf Zitate und Literaturverzeichnis aktualisieren, um das Literaturverzeichnis automatisch an alle Neuerungen anzupassen. So läufst du nicht Gefahr, dass du einzelne Verweise zu ändern vergisst und kannst sichergehen, dass alle Angaben immer im einheitlichen Format erscheinen.

Alternativen zur Literaturverzeichnis Erstellung in Word

Mit den oben beschriebenen grundlegenden Funktionen der Quellenverwaltung hat Microsoft Word eine Möglichkeit geschaffen, Literaturmanagement mit Textverarbeitung zu verbinden, ohne sich in komplexe Referenzmanagementsysteme einzuarbeiten. Den meisten Studierenden reicht diese Form der Literaturorganisation für Seminararbeiten und Abschlussarbeiten wie Bachelor- und Masterthesen aus. Dennoch: Microsoft Word ist in erster Linie auf Textverarbeitung konzentriert und verfügt im Bereich des Referenzmanagements über einen eingeschränkten Funktionsumfang. So steht beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl an Ziationsstilen zur Auswahl. Spezialisierte Software wie z. B. Citavi bieten dagegen komplexere Lösungen im Bereich der Literatur- und Notizenverwaltung an. Von integrierten Recherchefunktionen, über den Import von Referenzen per Mausklick (statt lästigem Abtippen) bis hin zur Organisation von Literatur über Schlagwortkategorien ist Citavi eine Software, die sich auch für komplexere Anwendungsfälle eignet. Im Anschluss an die Wissensorganisation innerhalb von Citavi kann das Literaturverzeichnis vorformatiert in Word exportiert werden.

Einen Mittelweg geht das integrierte Referenzmanagement von Auratikum. Die Browser-Anwendung ist als intuitiver Schreibhelfer für Studium und Forschung konzipiert und hilft beim wissenschaftlichen Schreiben, in dem sie Notizen und Referenzen an einem Ort archiviert und strukturiert und den Schreibprozess Schritt für Schritt begleitet. Im Bereich der Referenzenverwaltung ist Auratikum im Funktionsumfang breiter aufgestellt als Microsoft Word, ohne dabei jedoch überfrachtet zu sein. Der Import von Referenzen funktioniert sowohl über die manuelle Eingabe, den Dateiimport (u. a. aus Citavi, Bibtex, Endnote, Evernote und Mendeley) oder das im Mai 2018 neu integrierte Feature der automatischen Suche in der Referenzdatenbank Crossref. Damit gelingt die Erstellung des Literaturverzeichnisses noch schneller. Es kann ebenfalls zwischen 8.000 verschiedenen Zitationsstilen gewählt werden. Die Literaturliste lässt sich anschließend im ausgewählten Stil als Word-Datei exportieren.

Kurz und Knapp:

Ein automatisch in Word erstelltes Literaturverzeichnis macht dich schneller und effizienter bei der Literaturarbeit und hilft dir dabei, den Überblick über deine Literaturquellen zu behalten. Wer die automatischen Funktionen von Word bei der Erstellung des Literaturverzeichnisses zur Hilfe zieht, beugt darüber hinaus formalen Fehlern beim Zitieren und damit unbeabsichtigten Plagiaten vor. Betreuer von umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten wie etwa Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten kontrollieren Literaturlisteneinträge oft stichprobenartig auf Formfehler. Mit einem automatisch erstellten Literaturverzeichnis dämmst du diese Fehlerquelle ein und riskierst keine Punktabzüge oder gar Plagiatsvorwürfe. Die automatische Erstellung des Literaturverzeichnisses sei daher besonders bei komplexen wissenschaftlichen Arbeiten mit mehrseitigen Literaturlisten ans Herz gelegt. Alternativen zur Literaturverzeichniserstellung in Word bieten umfangreiche Referenzmanagement-Software wie Citavi oder die integrierte Literaturverwaltung von Auratikum.

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