Wissenschaftlich schreiben lernen? So geht's! 2 Monaten ago

Kann man eigentlich wissenschaftliches Arbeiten lernen?

Das Schöne an wissenschaftlichen Arbeitsweisen – vor allem wissenschaftlich schreiben – ist, dass es immer der selbe Prozess ist und das bedeutet: man kann es lernen!

Recherchieren, Zitieren, Gliedern…das alles sind keine Fremdwörter, wenn man schon einmal wissenschaftlichh gearbeitet hat. Wichtig ist vor allem, dass man die absoluten Grundprinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens verstanden hat:

Wer schreiben kann, kann noch lange nicht wissenschaftlich schreiben

Ein großer Irrtum ist, dass Menschen mit Schreibtalent auch automatisch Bestnoten im Studium zufliegen, sobald es heißt, wissenschaftliche, schriftliche Arbeiten abzuliefern.
Dies ist allerdings ein weit verbreiteter Irrglaube – das Schreiben an sich hat wenig mit dem wissenschaftlichen Schreiben zu tun.
Das Gegenteil ist sogar der Fall: wenn Menschen in ihrer Freizeit oder in ihrem Beruf journalistisch – kreativ Schreiben, so fällt es ihnen umso schwerer, den nüchternen und sachlichen Sprachstil einer wissenschaftlichen Arbeit beizubehalten.
Bei wissenschaftlichen Arbeiten kommt es nicht darauf an, mit einem packenden Schreibstil zu glänzen, sondern mit gut recherchierten Inhalten und belegbaren Quellen.

Ohne ein starkes Gerüst fällt jede Arbeit in sich zusammen

Das Wichtigste bei einer wissenschaftlichen Arbeit ist: die Gliederung.
Ohne eine starke Gliederung geht bei einer Arbeit nichts – dein Betreuer muss genau wissen, was du mit dieser Arbeit vorhast und wo du mit ihr hinwillst.
Du musst deine Kernthese klar formulieren und am Ende der Arbeit muss sichtbar sein, ob du diese unterstützt oder dich, aufgrund deiner erarbeiteten Ergebnisse, dagegen aussprichst.
Viele Leute machen den Fehler und vergessen es, sich am Ende auf die Anfangsthese zu beziehen und schlussfolgern zwar anhand ihrer Arbeit alles korrekt – vergessen jedoch dabei, dass der Startpunkt ein ganz anderer war.

Ebenfalls muss der Weg klar sein: wie bist du zu dieser These gelangt? Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen? Kannst du deine Unterthemen in einen Gesamtkontext bringen und hast du den berühmten „roten Faden“ in deiner Arbeit?

Es hört sich so einfach an und doch ist es so kompliziert, aber stelle dir immer die Frage: ist das, was du da machst, in sich schlüssig?
Wenn du dir sicher bist und auch dein Betreuer genau weiß, was dein genaues Thema ist, dann hast du die besten Vorraussetzungen für Bestnoten!

Bild: Nick Morrison on Unsplash

Eine gute Recherche ist die halbe Miete

Wichtig ist vor allem, fundierte und zitierfähige Literatur zu haben. Wenn man zwei Tage nach guter Literatur sucht, in seiner Universitätsbibliothek oder beispielsweise online bei JSTOR hat man auch ziemlich schnell sein Literaturverzeichnis zusammen und kann mit dem eigentlichen Schreiben beginnen – und wenn Hilfe benötigt wird beim Erstellen eines Literaturverzeichnisses in Word, können wir dir hier natürlich weiterhelfen.

Argumente musst du belegen können – und diese dann auch belegen …

Das hört sich komplizierter an, als es ist: Faustregel ist, dass du niemals Aussagen treffen oder Dinge behaupten darfst, ohne sie begründen oder zitieren zu können. Wissenschaftlich schreiben bedeutet vor allem, keine Verschönerung und Verschnörkelung der Sprache, sondern sachlich fundiertes Wissen in knapper und korrekter Form auf das Papier bringen. Das muss gar nicht langweilig und trocken sein – das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Wissenschaftliche Arbeiten können und sollten durchaus interessant und spannend zu lesen sein!
Und auch hier noch eine wichtige Regel: alles muss belegt werden. Und: das muss es auch, ansonsten ist es ganz schnell ein Täuschungsversuch, auch wenn nur vergessen hat, etwas zu markieren.

Du schreibst deine Arbeit in erster Linie nicht für dich

Das stimmt – und das vergessen die meisten. Diese Arbeit schreibst du in erster Linie nur für deinen Betreuer, der sie am Ende benotet. Also halte dich genau an seine Angaben und auch Wünsche, denn diese teilt er nicht umsonst. Er erwartet diese Dinge dann auch in der wissenschaftlichen Arbeit und wird das Fehlen umso mehr bemerken. Das kann allerdings eine tolle, neue Aufgabe sein und motivieren, eine gute Arbeit zu leisten!

Zusammengefasst bedeutet das…

  • alle Behauptungen muss zitiert werden
  • vergessene Zitate werden als Täuschungsversuch gewertet
  • keine verschnörkelte Sprache
  • Faktisch und wissensbasierte Ausdrucksweise
  • Die Gliederung ist die Grundmauer einer guten Arbeit
  • man muss sich vom journalistischen Schreibstil lösen
  • gut recherchiert ist halb gewonnen!

Zuerst denken, dann schreiben – das wusste auch schon Luhmann und deswegen ist Auratikum der perfekte Begleiter in deiner wissenschaftlichen Arbeit.

Titelbild:  Wadi Lissa on Unsplash

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