Die 5 besten Citavi Alternativen für Studenten 1 Monat ago

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Citavi gilt als der Porsche unter den Literaturverwaltungsprogrammen. Mit 119,- Euro pro Lizenz für Studenten und Doktoranden ist die Software jedoch auch eine der kostspieligsten Lösungen auf dem Markt. Der individuelle Anwendungsfall und die persönliche Erwartung an Funktionsumfang, Usability und Wirtschaftlichkeit von Referenzmanagement Software entscheidet darüber, welche Alternativen infrage kommen. Wodurch zeichnen sich Citavi, Mendeley, Endnote und Co. aus? Insights zu den 5 besten Citavi Alternativen für Studenten in 2018 gibt’s hier:

Was ist ein Literaturverwaltungsprogramm und welche Grundfunktionen bietet es?

In Zeiten von Online Bibliothekskatalogen und Plagiatssoftware wird richtiges Zitieren an den Universitäten großgeschrieben. Um im Dschungel der Literaturquellen und Zitationsstile nicht den Überblick zu verlieren, unterstützen Literaturverwaltungsprogramme – auch Referenzmanager genannt – wissenschaftlich Schreibende bei der Archivierung und Strukturierung akademischer Literatur sowie bei deren Einbindung in eigene wissenschaftliche Arbeiten wie etwa Seminararbeiten, Bachelor- und Masterthesen sowie Dissertationen.

Citavi und alle in diesem Artikel vorgestellten Citavi Alternativen bieten vor diesem Hintergrund folgende Grundfunktionen:

 

  • Archivierung von Referenzen anhand von bibliografischen Daten
  • Verwaltung der gespeicherten Referenzen, z. B. über Such- und Strukturierungsfunktionen
  • Import von Referenzen aus Literaturdatenbanken
  • Erstellung automatischer bibliografischer Einträge (Bibliografien, Literaturverzeichnisse, Kurzverweise) und Ausgabe im vom Nutzer festgelegten Zitationsstil (z. B. APA, MLA, Harvard, Chicago, etc.)

Der Allrounder: Citavi

„Citavi unterstützt Ihren gesamten Arbeitsprozess“ lautet das Versprechen von Citavi an seine Nutzer. Die komplette Liste der gebotenen Funktionen, die unter dreierlei Kernbereichen (Import – Verarbeitung- Export) zusammengefasst sind, ist wahrlich lang. Hier die zentralen Features im Überblick:

Import

  • Recherchefunktion direkt aus Citavi heraus in
    • Fachdatenbanken wie EBSCO, Ovid, Pro­Quest, Elsevier, Thomson Reuters
    • dem welt­größten Online-Katalog WorldCat
    • Katalogen von National­biblio­theken, Bibliotheksver­bün­den, Univer­sitäts- und Institutsbibliotheken
    • Buchhandels­katalogen (z. B. Amazon)
  • Automatische Erfassung von bibliografischen Daten
    • anhand von ISBN, DOI oder PubMed ID
    • per Barcode-Scanner (zur Erkennung von Printmedien)
    • per Picker (für Direktimport von Online Medien)
    • aus PDFs
    • von anderen Literaturverwaltungsprogrammen
    • aus Literaturdatenbanken

Verarbeitung

  • Speichern von Recherche- und Importvorgängen für den späteren (erneuten) Gebrauch oder als Gedächtnisstütze
  • Bearbeitung und Kommentieren von Dokumenten (z. B. PDFs) direkt innerhalb von Citavi
  •  Erfassung von Inhalten aus Printmedien per
    • Zeilenscanner
    • Di­gitalfoto
    • Flachbettscanner
    • Sprach­erkennung
  • Notizenorganisation, Gliederung von wissenschaftlichen Arbeiten und Skripterstellung
  • Projektorganisation über integrierte Aufgabenplanung sowie kollaboratives Arbeiten im Team

Export

  • Formatierung und Ausgabe von Referenzen, Zitaten und Bibliografie-Einträgen in über 7.500 Zitationsstilen
  • Schnittstellen zu Textverarbeitungsprogrammen (z. B. Word Add-In)
  • Export von Listen, Skripten und Literaturdaten

Gründe für die Nutzung von Citavi Alternativen

Kosten

Citavi ist der Marktführer unter den Literaturverwaltungsprogrammen. Der große Funktionsumfang hat hingegen auch seinen Preis. Glücklich schätzen sich Studenten, deren Universitäten über Campuslizenzen verfügen. Für sie ist die Arbeit mit Citavi kostenlos, sofern sie aus ihrem Benutzeraccount in der Uni heraus arbeiten. Wer Citavi vom heimatlichen Rechner aus nutzen möchte, zahlt für die Studenten und Doktoranden Lizenz aktuell einmalig 119,- Euro.

Doch nicht nur aus Kostengründen entscheiden sich Studenten für Alternativangebote.

Funktionsumfang, Usability und Einarbeitungszeit

Ein weit verbreitetes Argument für die Nutzung von Citavi Alternativen ist, dass die Software insbesondere für Einsteiger wenig intuitiv bedienbar ist. Wissenschaftliche Schreibprojekte variieren erheblich in Umfang und Dauer. So mag der Bachelorand, der die Literatur für seine Abschlussarbeit organisiert, vor ganz anderen Herausforderungen stehen als der Verfasser einer Dissertation. Es leuchtet daher nur ein, dass auch der Markt für Referenzverwaltungssoftware die vielfältigen Anforderungen ans Organisieren von wissenschaftlicher Literatur wiederspiegelt. Vor allem Bachelor- und Masterstudenten schätzen Angebote, die wenig Einarbeitungszeit erfordern – selbst, wenn die von ihnen präferierten Alternativen zu Citavi nicht über dieselben umfangreichen Funktionen verfügen. Welches Programm sich für welchen Anwendungszweck am besten eignet, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Die 5 besten Citavi Alternativen

Der Budgetschonende: Zotero

Zotero ist der Referenzmanager für alle, die Literaturverwaltung ohne viel Schnickschnack – dafür aber kostenlos – wollen.

Zotero organisiert Literaturquellen in Sammlungen oder Schlagwortkategorien und gibt bibliografische Daten in über 8.000 verschiedenen Zitationsstilen aus. Dafür fehlen erweiterte Funktionen wie die Recherche direkt aus dem Programm heraus. Der Import von Literaturdaten aus dem Netz sowie die Verbindung mit Textverarbeitungsprogrammen funktioniert dennoch per Plugin. Erweiterte Funktionen der Wissensorganisation, wie man sie von Citavi und anderen komplexeren Literaturverwaltungsprogrammen kennt, unterstützt Zotero nicht. So können innerhalb von Zotero etwa keine Notizen verwaltet oder PDFs bearbeitet werden. Auch die Erstellung von Gliederungen oder Skripten muss außerhalb von Zotero erfolgen. Nach einer Registrierung ist es möglich, Literaturdaten zu synchronisieren und von mehreren Geräten bzw. vom Browser auf sie zuzugreifen. Auch kollaboratives Arbeiten wird auf diese Weise ermöglicht.

Kosten: 0,- Euro

Betriebssysteme: Microsoft, MacOS und Linux

Installation: Wahlweise Download oder Nutzung im Browser

Besonders geeignet für: Bachelorstudenten und alle, die vergleichsweise kleine Literatursammlungen simpel verwalten möchten

Der Intuitive: Auratikum

Auratikum setzt auf die intuitive Verbindung von Literaturmanagement und Wissensorganisation. Der cloudbasierte Schreibbegleiter verlinkt jede Notiz und jedes Zitat direkt mit der dazugehörigen Quelle. Die dafür benötigten bibliografischen Daten können entweder manuell eingegeben, als Datei importiert oder automatisch aus der Referenzdatenbank Crossref gezogen werden. Auratikum gibt Literaturverzeichnisse in über 8.000 verschiedenen Zitierstilen als Word oder LaTeX Dateien aus. Im Unterschied zu Zotero gehört Wissensorganisation neben der Referenzverwaltung zu den Kernfunktionen von Auratikum. Die Idee hinter der Software ist, dass Notizen, Zitate und Gedanken innerhalb von Auratikum inhaltlich so miteinander verbunden werden, dass selbst umfangreiche wissenschaftliche Schreibprojekte wie Bachelor- und Masterthesen sowie Dissertationen ganz intuitiv strukturierbar werden. Ein Feature Highlight ist daher auch die integrierte Gliederungsfunktion, in der sich Notizen inklusive der dazugehörigen Referenzen bequem per Drag and Drop in einer Gliederung anordnen (und beliebig wieder verschieben) sowie betiteln und kommentieren lassen. Das erste Skript der wissenschaftlichen Arbeit entsteht dabei wie von selbst.

Kosten: 4,99 Euro pro Monat

Betriebssysteme: Microsoft, MacOS und Linux

Installation: nicht benötigt, da Browseranwendung (alle gängigen Browser werden unterstützt)

Besonders geeignet für: Vom Bachelorstudenten bis Doktoranden: Alle, die Notizen und Referenzen an einem Ort verwalten möchten und sich einen Referenzmanager, Gliederungseditor und persönlichen Schreibbegleiter in Einem wünschen

Die Open Source Variante: JabRef

JabRef ist ein kostenloser Open-Source-Referenzmanager. Dieses Literaturverwaltungs-progamm verarbeitet Literaturdaten im BibTeX Format und ist aus diesem Grund insbesondere für wissenschaftlich Schreibende, die mit LaTeX arbeiten eine echte Citavi Alternative. Allerdings konzentriert sich auch JabRef auf die Kernbereiche des Verwaltens von Referenzen. Weder die Arbeit im Team noch die Volltextsuche und Bearbeitung innerhalb von importierten PDF Dateien werden von JabRef unterstützt. Allerdings können bibliografische Daten per Mausklick aus Literaturdatenbanken oder von Websites importiert und auf vielfältige Weise in Gruppen innerhalb von JabRef organisiert, sortiert, durchsucht und exportiert werden. Die Arbeit mit JabRef erfordert ein wenig Einarbeitungszeit für alle, die mit LaTex als Textverarbeitungslösung wenig vertraut sind. Für Spezialisten zahlt sich jedoch insbesondere der offene Quellcode aus, weil die Software von mehreren Entwicklern weiterentwickelt wird, was sich aktuell besonders an der Vielfalt der erhältlichen Sprachen bemerkbar macht.

Welche Vorteile die Arbeit mit dem Textsatzsystem LaTeX gegenüber dem Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word bieten kann, liest du in diesem Artikel.

Kosten: 0,- Euro

Betriebssysteme: Microsoft, MacOS und Linux

Installation: Ja, Desktopanwendung

Besonders geeignet für: Alle Studenten und Doktoranden, die in der LaTeX Welt zuhause sind

Der Dokumenten Profi: Mendeley

Wer eine Software sucht, die auch dem großen Funktionsumfang von Citavi sehr nahe kommt, sollte sich Mendeley anschauen. Mendeley ermöglicht neben der Literatur- ebenfalls die Dokumentenverwaltung und verfügt darüber hinaus über integrierte Recherchefunktionen. Referenzen werden über den Dateiimport oder den Web Importer Plugin aus Datenbanken und Bibliothekskatalogen ins Programm aufgenommen und lassen sich ebenfalls über einen Plugin als Literaturverzeichnis in allen gängigen Zitierstilen in Word einfügen. Eine Besonderheit von Mendeley ist der Fokus auf die Benutzer Community. So enthält die Recherchedatenbank von Mendeley mehr als 65 Millionen wissenschaftliche Artikel, die von Nutzern selbst eingepflegt wurden. Auch können innerhalb von Mendeley Arbeitsgruppen gebildet werden, die nicht nur Literaturdaten, sondern ganze Dokumente gemeinsam verwalten können. Eine weitere Stärke des Programms ist, dass es hervorragend für die Bearbeitung von PDF Dateien geeignet ist. Nicht nur lassen sich PDF Dokumente bequem per Drag and Drop importieren, wobei das Programm die bibliografischen Daten selbstständig erkennt. Im integrierten PDF Viewer lassen sich Textstellen auch markieren und mit Notizen versehen. Alle Mendeley Daten werden in der Cloud gespeichert.

Kosten: abhängig vom gewünschten Speicherplatz in der Cloud

  • kostenlos bis 2GB
  • 4,99 Euro monatlich bis 5GB
  • 14,99 Euro monatlich für unbegrenzte Speicherkapazität

Betriebssysteme: Microsoft, MacOS und Linux

Installation: Desktopanwendung und Web-Version

Besonders geeignet für: Masterstudenten und Doktoranden, die Referenzmanagement mit der effizienten Verwaltung von PDF-Dokumenten kombinieren möchten sowie alle, die Wissenschaftsprojekte im Team realisieren und Zugang zu einem umfangreichen Forschungsnetzwerk suchen

Der Spezialist für Naturwissenschaftler: Endnote

Auch Endnote ist eine der komplexeren Lösungen unter den Citavi Alternativen, insbesondere aber unter Naturwissenschaftlern beliebt. Die Software des Informationsdienstleisters Thomson-Reuters verwaltet bibliographische Einträge sowie Volltexte (z.B. im PDF Format) und unterstützt die Recherche in Online Datenbanken (z. B. im Web of Science) und den direkten Import von Literaturdaten aus Fachdatenbanken und Bibliothekskatalogen. Die Verbindung mit Microsoft Word wird über den „Cite While You Write“ Plugin realisiert, worüber automatische Literaturverzeichnisse generiert werden können. PDFs lassen sich innerhalb von Endnote markieren und kommentieren und alle importierten Dateien sind in Kategorien strukturier- sowie durchsuchbar. Auch der Dateiaustausch in Arbeitsgruppen wird ermöglicht. Die Nutzung funktioniert über die Desktopversion sowie der Browservariante Endnote Web. Durch den großen Funktionsumfang erfordert die Einarbeitung in Endnote ein wenig Zeit, weswegen es für Einsteiger kaum intuitiv zu bedienen ist. Auch im Kostenfaktor ähnelt die Anwendung Citavi stark. Die Studentenlizenz gibt es aktuell für 110,- Euro, ist jedoch ausschließlich für Windows und MacOS erhältlich.

Kosten: einmalig 110,- Euro

Betriebssysteme: Microsoft, MacOS

Installation: Desktopanwendung und Web-Version

Besonders geeignet für: Masterstudenten und Doktoranden (insbesondere Naturwissenschaftler)

Kurz und Knapp

Auf dem Markt für Literaturverwaltungssoftware tummeln sich mittlerweile einige Citavi Alternativen, die sich in den Punkten Kosten, Funktionsumfang und Einarbeitungszeit unterscheiden. Daher hängt die Entscheidung für eine Anwendung von vielen individuellen Faktoren ab – etwa, ob allein oder im Team wissenschaftlich gearbeitet wird und ob Referenzverwaltung mit Notizenorganisation einhergehen soll. Die in diesem Artikel vorgestellten Citavi Alternativen zeichnen sich durch unterschiedliche Stärken aus. So ist Zotero eine kostenlose Basic-Variante für kleine Literatursammlungen, während JabRef das Referenzen Tool für LaTeX Spezialisten ist. Auratikum organisiert und verknüpft auf intuitive Art und Weise Literatur und Notizen und Mendeley und Endnote stechen durch erweiterte Funktionen wie etwa der Zusammenarbeit im Team und der Bearbeitung von PDF Dateien heraus.

Die Wahl des Literaturverwaltungsprogramms kann auch von der Frage „Einmallizenz oder Software as a Service (SaaS)-Lösung?“ abhängen. Informationen zu den Unterschieden und die Beantwortung der Frage, warum Software eigentlich Geld kostet, gibt’s hier.

Headerfoto: Lacie Slezak on Unsplash

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