Wie schreibe ich eine Hausarbeit? 3 Monaten ago

Hausarbeiten werden dich in deinem Studium wahrscheinlich regelmäßig begleiten. Neben Klausuren und mündlichen Prüfungen, gehört die Hausarbeit zur klassischen Leistungsüberprüfung an Universitäten. Im Gegensatz zu Klausuren und mündlichen Prüfungen, umgehst du mit einer Hausarbeit einer direkten Prüfungssituation – was viele Studierende als Vorteil empfinden! Dennoch stellen auch Hausarbeiten eine Herausforderung dar.

Die Vorbereitung

In der Regel steht das Thema deiner Hausarbeit im Zusammenhang mit dem Referat, das du im Seminar gehalten hast. Deswegen solltest du die verwendete Literatur im Hinterkopf behalten, damit du nicht nochmal von vorne beginnen musst. Meistens kommt es während Referaten zu Diskussionen und Verbesserungen von Seiten deiner Kommilitonen/Innen und deines/r Dozenten/in. Dieses Feedback solltest du notieren und für die Ausarbeitung deiner Hausarbeit verwenden.

Sollte deine Hausarbeit ohne die Grundlage eines Referates verfasst werden, beginnt deine Arbeit jedoch mit der Themenauswahl und Recherche. Dafür ist zunächst entscheidend, wie umfangreich deine Hausarbeit werden muss – die Anforderungen können von 10 bis zu 25 Seiten variieren. Dein/e Dozent/in wird dir die nötigen Informationen sicherlich im Seminar geben. Der Umfang entscheidet maßgeblich über dein Thema und deine Untersuchung- auf 10 Seiten kannst du nicht adäquat drei Themenkomplexe bearbeiten und du solltest es auch nicht versuchen! Es ist immer besser einen kleinen Bereich gründlich und tiefgreifend zu behandeln als mehrere Themen nur oberflächlich zu streifen.

Wie recherchiere ich für eine Hausarbeit?

Der erste Weg sollte dich in die Universitätsbibliothek führen. Wenn dein/e Dozent/in einen Semesterapparat erstellt hat, sind das die ersten Bücher, die du in die Hand nehmen solltest! Mithilfe der Bibliographien dieser Bücher kannst du deine Recherche ausweiten. Zusätzlich kannst du über den OPAC deiner Universitätsbibliothek nach weiteren Buchtiteln suchen. Du solltest jedoch nicht nur Bücher miteinbeziehen, sondern auch über Datenbanken nach wissenschaftlichen Artikeln aus Zeitschriften suchen. In Artikeln werden häufig viel aktuellere Ergebnisse zu einem bestimmten Thema publiziert, da der Veröffentlichungsprozess kürzer als bei einer Monographie ist. Auf der Website deiner Universitätsbibliothek findest du meistens die wichtigen Datenbanken für dein Fach übersichtlich zusammengestellt.

Bild von Becca Tapert

Prinzipiell solltest du dich an aktueller Forschungsliteratur orientieren und nicht nur veraltete Publikationen einsehen. Auch vor fremdsprachigen Veröffentlichungen solltest du nicht zurückschrecken!

Formale Hinweise

Deine Hausarbeit sollte auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild überzeugen. Das Deckblatt und das Inhaltsverzeichnis sollten übersichtlich und nachvollziehbar gestaltet werden, hierbei können verschiedene Schriftgrößen und der Fettdruck behilflich sein. Auf dem Deckblatt werden oben der Name der Universität, Seminartitel, Name des/r Dozenten/in und das Semester angegeben. In der Mitte steht der Titel deiner Hausarbeit. Unten steht dann dein Name, deine Post- und Emailadresse, Matrikelnummer, Semesteranzahl und Studiengang.

Der Text deiner Hausarbeit sollte im Blocksatz und einem Zeilenabstand von 1,5 verfasst werden. Verwendest du Times New Roman solltest du die Schriftgröße 12 einstellen, bei Arial 11. Lasse links und rechts einen Korrekturrand von 2,5 cm. Nach Abschluss der Arbeit ist es hilfreich eine Silbentrennung durchzuführen, um die Zeilenanpassung des Blocksatzes zu optimieren. Es ist unablässig, dass du deine Arbeit auf Rechtschreibung und Zeichensetzung überprüfst. Egal wie toll deine Hausarbeit inhaltlich ist, wenn dein/e Dozent/in regelmäßig über Rechtschreibfehler stolpert, wird das deine Benotung negativ beeinflussen!

Jede Hausarbeit folgt der Dreiteilung Einleitung-Hauptteil-Fazit. Diese Einteilung werden dir auch später in deinem Studium bei deiner Bachelorarbeit und deiner Masterarbeit begegnen. Die Einleitung, die einleitenden Kapitel sowie der Schlussteil der Arbeit sollten im Verhältnis zum Hauptteil stehen – jeder Lehrende ist genervt von zu langen Hinführungen und zu kurzen Hauptteilen! Du solltest die Hausarbeit zusätzlich zu den Kapitelüberschriften auch durch Absätze gliedern, die du durch einen Einzug der ersten Textzeile erkenntlich machst. Eine Zeile wird nicht nach einer Leerzeile oder zu Beginn eines Kapitels eingerückt.

Du wirst dich in deiner Arbeit auf viele Bücher und Artikel beziehen und auch einige Aussagen zitieren müssen. Für das Zitieren gibt es zwei Varianten: Im Fließtext durch Klammeranmerkungen und durch Fußnoten am Seitenende. Welche Version für dich die Richtige ist, hängt von deiner Disziplin und deinem Fachbereich ab.

In der Bibliographie listest du alle Quellen auf, die du in deiner Arbeit verwendet hast. Hierbei sollte zwischen Primär- und Sekundärliteratur unterschieden werden. Die Referenzen werden alphabetisch geordnet. Bei mehreren Titeln eines/r Autors/in erfolgt eine chronologische Auflistung.

Je nach Thema brauchst du vielleicht auch einen Anhang für Bilder, Tabellen oder sonstigen Quellen. Auf jeden Fall muss deine Hausarbeit aber mit einer Eidesstattlichen Erklärung enden, in der du versicherst, die Arbeit eigenständig und nur mithilfe der angegebenen Quellen verfasst zu haben.

Inhaltliche Hinweise

Es ist schwierig dir inhaltliche Tipps an die Hand zu geben, da diese eng mit der jeweiligen Fachrichtung zusammenhängen. Im literaturwissenschaftlichen Bereich steht die Auseinandersetzung und Analyse mit Texten im Mittelpunkt, im historischen Bereich kann die Beurteilung und Interpretation einer Quelle das Hauptanliegen deiner Seminararbeit sein. Dennoch gibt es einige allgemeine Richtlinien, an die du dich halten solltest.

Bild von Kaitlyn Baker

In einer Hausarbeit wird von dir erwartet, dass du dich mit der aktuellen Forschungsliteratur bezüglich deiner Fragestellung auseinandergesetzt hast. Das bedeutet nicht nur, dass du die bisherige Forschung dokumentierst, sondern sie auch kritisch bewertest. Damit zeigst du deinem/r Dozenten/in, dass du die Tendenzen der Forschung begriffen hast und in der Lage bist sie zu beurteilen.

Das Ziel deiner Arbeit ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer von dir entwickelten Fragestellung. Hierbei wägst du Fakten und Argumentationen gegeneinander ab und suchst somit nach Lösungsansätzen.

Bei den formalen Hinweisen wurde bereits auf die Vorgaben zu Einleitung-Hauptteil-Fazit hingewiesen, allerdings gibt es auch inhaltliche Forderungen, denen du begegnen musst. In der Einleitung führst du zum Thema hin. Entweder leitest du zum eigentlichen Mittelpunkt der Arbeit hin (z.B. ein Gedicht oder eine historische Quelle) oder skizzierst die Methodik. In einigen Fällen bietet sich vielleicht auch schon ein kurzer Abriss der Forschungsliteratur an. Du solltest jedoch dringend vermeiden in der Einleitung bereits deiner Ergebnisse zu präsentieren. Beim Hauptteil ist es wichtig, dass deine Argumentation schlüssig und nachvollziehbar ist. Mache dem/r Leser/In deine Gedankengänge klar und erläutere deine Abwägung und Beurteilung der Argumente. Achte darauf, dass deine Arbeit einen roten Faden aufweist und somit gut verständlich für Außenstehende ist. Im Fazit fasst du deine zentralen Ergebnisse prägnant zusammen, wobei du jedoch keine neuen Aspekte und Informationen einbringen solltest. Schließen kannst du mit einem Ausblick, welche Perspektiven und Fragestellungen deiner Hausarbeit folgen könnten.

Vorsicht vor Plagiaten!

Eigentlich sollte euch folgendes klar sein, jedoch versuchen es einige Studierenden immer wieder: Versucht nicht Textpassagen aus dem Internet oder anderen Quellen in eure Hausarbeit zu mogeln und als eure eigenen auszugeben. Jeder Plagiatsversuch wird beim Prüfungsamt eures Fachbereiches gemeldet und kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Einige Universitäten bestrafen Plagiatsversuche sogar mit Exmatrikulation. Spart euch diesen Ärger und fragt im Notfall den/die Dozenten/in lieber um eine Verlängerung der Abgabefrist.

Jetzt aber mal ein Beispiel!

Genug Theorie – jetzt zeigen wir dir ein Beispiel für eine Gliederung, die mithilfe von Auratikum erstellt wurde. Nach der Einleitung wird zunächst die Forschungsliteratur zum Thema Trauma dargelegt und bewertet. Anschließend wird in dieser literaturwissenschaftlichen Hausarbeit das Trauma in einem Roman untersucht und interpretiert, bevor im Fazit die Ergebnisse zusammengefasst werden.

Gerade für Erstsemester oder Studierende, die ihre erste Hausarbeit verfassen, kann Auratikum ein nützliches Hilfsmittel, um Gedanken zu strukturieren und den Überblick zu behalten! Holt euch also Hilfe bei uns für eure erste Hausarbeit!

Beitragsbild von Lukas Blazek

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