Wie schreibe ich ein Exposé für meine Masterarbeit? 7 Monaten ago

Du stehst am Anfang deiner Bachelor- oder Masterarbeit und dein Professor verlangt ein Exposé von dir? Du fragst dich, was in das Exposé gehört und wie du es am besten aufbaust? Antworten auf diese Fragen gibt es hier:

Was ist ein Exposé?

Das Exposé verfolgt den Zweck eines Überblicks über den Inhalt deiner Abschlussarbeit sowie die verschiedenen Arbeitsschritte, die du über den Zeitraum deiner Bearbeitungszeit planst. Es soll natürlich in erster Linie dem betreuenden Professor deutlich machen, dass du eine sinnvolle Fragestellung mit passenden Methoden und Datenquellen bearbeiten wirst und dass du dich mit bereits existierenden Forschungsständen zu diesem Thema auseinandergesetzt hast. Häufig verkennen Studenten jedoch, dass ein sorgfältig ausgearbeitetes Exposé auch als Leitfaden für sie selbst dienen kann. Hast du dir im Vorfeld genügend Gedanken um den Rahmen, den Aufbau, die anzuwendenden Methoden und die Grenzen deines Forschungsvorhabens gemacht, fällt die tatsächliche Schreibarbeit leichter. Und: Du läufst nicht Gefahr, dich unterwegs zu verzetteln. Die Schwierigkeit bei der Erstellung des Exposés liegt im Umkehrschluss aber natürlich darin, dass du mit einem leeren Blatt Papier startest. Schließlich ist das Exposé der Auftakt einer in der Regel drei- bis sechsmonatigen Schreibzeit, in der du dich dem Thema deiner Bachelor- oder Masterarbeit in aller Ausführlichkeit widmen wirst. Im Exposé müssen die ganz großen Fragen beantwortet werden – und das obwohl du womöglich noch nicht alle Quellen zum Thema recherchiert hast und nicht hundertprozentig weißt, zu welchen Ergebnissen du im Zuge deines Forschungsprozesses kommen wirst. Selbstverständlich kann das Exposé noch keine inhaltlichen Analysen enthalten; diese wirst du im Rahmen deiner Schreibzeit durchführen. Das Exposé ist vielmehr ein grober Fahrplan – und dieser lässt sich Stück für Stück erstellen und anschließend abarbeiten. So bringt das Exposé von Anfang an Struktur und Ordnung in deinen wissenschaftlichen Arbeitsprozess.

10 Dinge, die in jedes Exposé gehören

Genau wie für die Abschlussarbeit selbst gelten für ein Exposé formale Vorgaben, die zwischen Universitäten, Lehrstühlen und Instituten variieren können. Frage im Zweifel also lieber deinen Betreuer nach den formalen Anforderungen, bevor du dich an die Erstellung des Exposés machst. In der Regel beschränken sich Exposés für Bachelorarbeiten und Masterthesen auf drei bis sechs Seiten.

Über die individuelle Form und den Umfang des Exposés entscheidet deine Universität oder dein Betreuer; die grundlegenden inhaltlichen Kriterien unterscheiden sich in der Regel jedoch kaum zwischen Hochschulen und Betreuern von Abschlussarbeiten. Diese zehn Punkte dürfen in keinem Exposé fehlen:

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1. Problemstellung:

Aus welchem Anlass ergab sich das Interesse oder die Notwendigkeit für die Bearbeitung deines Themas? Von welchem Ausgangspunkt startest du deine Recherchen und wissenschaftlichen Analysen?

Am Anfang jeder Abschlussarbeit steht immer eine Art Problemstellung. Zum Beispiel, dass dein Thema bisher nur unter nur unter bestimmten (unzureichenden) Aspekten oder Methoden betrachtet und untersucht worden ist und du dies mit deiner Arbeit ändern möchtest.

Aus diesem elementaren ersten Inhaltspunkt deines Exposés ergeben sich alle weiteren Schritte.

2. Aktueller Forschungsstand:

Welche bisherigen Theorien und Erkenntnisse existieren zu deinem Thema? Bevor du das Exposé schreibst, solltest du dir einen Überblick über die Literatur verschaffen und auf die relevantesten Studien und Forschungsarbeiten Bezug nehmen. Wie du herausfindest, ob du die gesamte Literatur zu deinem Thema gefunden hast, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

3. Relevanz der eigenen Fragestellung

Nachdem du den aktuellen Forschungsstand umrissen hast, schließt sich die Beantwortung der Frage an, warum deine Abschlussarbeit das Forschungsgebiet inhaltlich oder methodisch bereichern wird. Warum ist es wichtig, dass du dich deinem Thema von diesem bestimmten Blickwinkel aus näherst? Welche Forschungslücken wirst du schließen können bzw. wie passt dein Thema in den bisherigen wissenschaftlichen Kontext auf diesem Gebiet?

4. Abgrenzung des Themas

Eine der schwierigsten Aufgaben zu Beginn der Bearbeitung einer Abschlussarbeit ist die Entscheidung über den Umfang der Arbeit. Einer der häufigsten Fehler dabei, der mitunter zu Stress und Zeitmangel während der Schreibzeit führt, ist ein zu breit gefasstes Thema. Auch eine Abschlussarbeit ist im Umfang begrenzt; du solltest dir daher nicht zu viel zumuten und lieber ein eng gefasstes Thema ausführlich bearbeiten als ein „Fass ohne Boden“ betreten. Ein exzellentes Exposé enthält daher eine klare Aussage darüber, auf welche Aspekte du im Rahmen deiner Abschlussarbeit eingehen wirst – und auch, welche du nicht bearbeiten wirst und warum. Das Aufzeigen von Grenzen des eigenen Forschungsvorhabens beugt nicht nur Verwirrung und Überforderung während der Literaturrecherche und Schreibzeit vor, sondern beweist deinem Betreuer auch, dass du in der Lage bist, ein komplexes Themengebiet auf konkrete Fragestellungen herunterzubrechen – und dass deine Vorgehensweise systematisch und zielgenau ist.

5. Ziel der Arbeit

Einer der wichtigsten Punkte, die im Anschluss der Exposé-Lektüre beim betreuenden Professor hängen bleiben muss, ist eine klare Vorstellung über das Ziel deiner Arbeit. Welche zentrale Hypothese steht im Mittelpunkt deiner Analysen und was sind mögliche Ergebnisse, die am Ende deines Forschungsprozesses stehen könnten?

6. Theoriebezug

Auch wenn du selbst Datenerhebungen durchführst: Der Sinn und Zweck einer wissenschaftlichen Arbeit ist ebenfalls, neue Datenquellen auf bereits erforschte Theorien und Modelle zu beziehen. Welche Theorien eignen sich, um deine Forschungsergebnisse in den breiteren Kontext zu setzen, zu veranschaulichen oder zu vergleichen? Möglicherweise kannst du hier auf deine Vorlesungsunterlagen zurückgreifen.

7. Methoden und Datenquellen

Sekundär- oder Primäranalyse? Qualitative oder quantitative Datenquellen? Nach welcher Vorgehensweise und mit welchen Methoden werden Daten gesammelt, verarbeitet, ausgewertet und interpretiert? Dieser Punkt ist eng verknüpft mit dem Ziel deiner Arbeit. Du solltest im Exposé unbedingt deutlich machen, warum du dich für bestimmte Datenquellen und Methoden entschieden hast und wie genau diese Vorgehensweise dich bei der Beantwortung deiner zentralen Fragestellung unterstützt. Ob du das Ziel deiner Arbeit erreichst, hängt maßgeblich von der verwendeten Forschungsmethode ab. Du solltest diesem Aspekt also erhöhte Aufmerksamkeit schenken und ihn ausführlich im Exposé reflektieren. Häufig dient das Exposé als Grundlage für ein anschließendes Gespräch mit deinem Betreuer, in dem er dir hilfreiche Tipps zur weiteren Vorgehensweise geben kann. Je ausführlicher du im Exposé dein geplantes Vorgehen beschreibst, desto fruchtbarer fällt unter Umständen auch das Feedback deines Betreuers aus.

8. Arbeitstitel

Auch wenn das Exposé der erste Schritt zur Abschlussarbeit ist und sich im Laufe der Bearbeitungszeit durchaus noch Richtungswechsel ergeben können. Elementarer Bestandteil eines Exposés ist die Formulierung eines Arbeitstitels für die Abschlussarbeit, der auf einen Blick die Kernpunkte des Forschungsvorhabens verdeutlicht.

9. Vorläufige Gliederung

Selbiges gilt für die Gliederung. Natürlich erwartet niemand, dass du deine Bachelor- oder Masterarbeit bereits bis ins letzte Detail durchdacht hast, bevor du mit der eigentlichen Arbeit begonnen hast. Dein Rechercheprozess wird mit großer Wahrscheinlichkeit noch die ein oder andere Überraschung mit sich bringen. Zum Beispiel könntest du zu der Erkenntnis gelangen, dass du einem Aspekt deines Themas, den du bisher wenig betrachtet hast, mehr Bedeutung einräumen solltest und ein anderer dafür weniger wichtig wird. Dennoch: Versuche aus dem aktuellen Stand deines Wissens eine sinnvolle vorläufige Gliederung zu erstellen, die du dem Exposé beifügst. Dieser Schritt ist nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil du anhand dieser Gliederung den Umfang deiner Arbeit nochmals reflektieren kannst. Nachdem du dir einen Plan über alle Definitionen, Theorien, eventuelle Praxisbezüge, Datenanalyse- und Diskussionsteile gemacht hast, die du in deine Arbeit integrieren möchtest, kommst du möglicherweise zu dem Schluss, dass du dein Thema noch etwas besser eingrenzen musst, um es im vorgegebenen Rahmen angemessen bearbeiten zu können.

Mehr Informationen zum Thema Gliederung haben wir dir in diesem Beitrag zusammengefasst: Aufbau und Gliederung der Masterarbeit: Beispiele und Tipps

10. Zeitplan

Da nicht nur die Anzahl der zur Verfügung stehenden Seiten bei der Erstellung einer Abschlussarbeit begrenzt ist, sondern auch deine zeitlichen Ressourcen sinnvoll aufgeteilt werden müssen, um die Arbeit ohne Zeitdruck bis zum Abgabeschluss bearbeiten zu können, ist es ebenso wichtig, dem Exposé einen groben Zeitplan beizufügen. Bis zu welchem Zeitpunkt soll deine Literaturrecherche beendet sein? Wie viel Zeit planst du für das Sammeln und Auswerten von Daten ein? Je besser dein Vorgehen auch in zeitlicher Hinsicht geplant ist, desto leichter fällt dir die Einschätzung darüber, ob deine Ideen umsetzbar sind und welche Anpassungen du ggf. noch vornehmen musst, um dein Ziel zu erreichen.

Mit Auratikum zum perfekten Exposé


Photo by Glenn Carstens-Peters

Bei der Erstellung des Exposés solltest du immer im Hinterkopf haben, dass dessen Kernziel die möglichst präzise Darstellung der Struktur und Systematik deiner wissenschaftlichen Arbeit ist. In Auratikum lässt sich ein solcher Leitfaden im Handumdrehen bauen. Schaffe dir verschiedene Zettelkategorien, indem du sie farblich kennzeichnest und mit Schlagworten versiehst, um beispielsweise inhaltliche und methodische Aspekte zu unterscheiden, auf deren Basis du dein Exposé schreibst. Über die Gliederungsansicht und den Schreibbegleiter fügst du schließlich alle zehn zentralen Bestandteile deines Exposés in sinnvoller Reihenfolge zusammen. Mit einem solchen perfekt durchstrukturierten Exposé überzeugst du nicht nur jeden Professor von deinem Vorhaben, sondern schaffst dir gleichzeitig auch den Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte zur Erstellung deiner Bachelor- oder Masterarbeit. Du kannst die für das Exposé angelegte Grundstruktur im Laufe deiner Recherchen und Datenanalysen stückweise mit Leben füllen, sammelst alle deine Gedanken und Ideen an einem Platz und verlierst nie den „Fahrplan“ aus den Augen! Probiere es gleich kostenlos aus!

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