Warum Ordnung uns kreativ macht 9 Monaten ago

Vor zwei Wochen sind wir in ein neues Jahr gestartet und wie heißt es so schön: Neues Jahr, neues Glück. Viele Menschen nutzen den Jahreswechsel traditionell, um längst Überfälliges endlich in die Tat umzusetzen. Und so wird auch in den ersten Wochen von 2018 in vielen Haushalten fleißig aufgeräumt, ausgemistet und abgespeckt.

Tatsächlich verschwinden zu keiner Zeit im Jahr mehr Dinge in Altkleidersäcken oder Mülltonnen. Zu keiner Zeit im Jahr werden mehr IKEA-Aufbewahrungssysteme erstanden, mehr Haushaltsbücher angelegt, Terminplaner gepflegt oder Zeitmanagementratgeber konsultiert.

Was all diese Dinge gemeinsam haben? Sie schaffen Struktur und Ordnung. Und sie befreien. Nicht nur im wortwörtlichen Sinn, sondern vor allem im Kopf. Wir machen physisch und gedanklich Platz und schaffen dadurch eine Art Gegenpol zu all der Unruhe, die der Alltag uns bringt. Feste Lebens-, Alltags- und Aufgabenstrukturen sind in der globalisierten Welt schließlich Schnee von gestern. In Zeiten, in denen Hochschulen und Arbeitgeber kontinuierlich von Schnittstellenkompetenz und flexiblen Arbeitszeitmodellen predigen, haben wir längst verstanden, dass 9-to-5’s letzte Stunde geschlagen hat. Heute sind wir flexibel, wir sind mobil, wir denken interdisziplinär, schauen über den Tellerrand und bleiben dabei multitaskingfähig. Festgefahrene Strukturen wären doch langweilig. Wo bleiben denn da schließlich Innovation und Fortschritt?

Und dennoch: Ab und zu überkommt uns regelrecht das Bedürfnis, uns zu organisieren, neue Strukturen zu schaffen, verloren gegangene wiederherzustellen oder gar ein Stück weit die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Und so scheint es, dass die Wut des Ordnens, Sortierens, Entschlackens und Reduzierens uns häufig gerade zur Jahreswende – wenn selbst die realistischsten Menschen unter uns sich in Selbstreflexion üben und einen symbolischen Neuanfang zelebrieren – packt.

Eine paradoxe Situation. Oder etwa nicht? Vielleicht setzt das Streben nach Flexibilität und innovativem Denken ja gar ein erhöhtes Bewusstsein für Ordnung voraus. Vielleicht entsteht freigeistiges Denken nicht etwa durch die Aufhebung von Struktur, sondern durch ihre (Re-) Etablierung. Denn wie sagt man so schön: Wer zu viel, zu weit oder zu kompliziert denkt, der sieht doch manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vielleicht brauchen wir das „Platzmachen“ im Kopf sogar, um eigene Kreativität zu aktivieren und Innovationskraft zu entfalten. In einer Welt, in der Grenzen zunehmend verschmelzen, alles an der Schnittstelle passiert und ständig neue Herausforderungen warten, tut es manchmal einfach gut, Klarheit zu schaffen und daraus neue schöpferische Energie zu entwickeln.

Photo by Pablo Heimplatz

Und wie hilft uns dieser Gedanke nun beim wissenschaftlichen Arbeiten?

Unser Bildungssystem hat uns vor allem an logisch-analytische Denkprozesse gewöhnt. So lernen wir im Studium in erster Linie eine möglichst große Anzahl von Informationen zu speichern und in kurzer Zeit zielgerichtet zu verarbeiten. Das funktioniert gut, wenn wir Gelerntes in Klausuren wiedergeben und anwenden. Es hat aber wenig mit interdisziplinärem oder gar innovativem Denken zu tun. Oder anders gesagt: Für einen Großteil der Aufgaben, die wir während unseres Studiums meistern, stopfen wir unsere linke Gehirnhälfte, die für eben diese rational-logischen Aufgaben zuständig ist, mit Informationen voll, bis uns der Kopf raucht.

Was dabei auf der Strecke bleibt? Das ganzheitliche Erfassen von komplexen Zusammenhängen und die damit verbundene Intuition, die uns kreatives Denken ermöglicht. Oder: Alles, was die rechte Gehirnhälfte an Geistesblitzen produzieren könnte, wenn wir sie denn zum Zuge kommen ließen. In diesem Schritt liegt der eigentliche Mehrwert einer wissenschaftlichen Arbeit. Denn neben der logischen Verknüpfung von bereits bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wird hier auch das Entwickeln neuartiger, eigener Ergebnisse gefordert. Herausragende und innovative eigene Denkleistungen können jedoch nur dann erfolgen, wenn beide Gehirnhälften ihre Potenziale gleichermaßen entfalten können.

Und in diesem Punkt schließt sich der Kreis.

Durch mehr Struktur zu mehr Kreativität

Wir leben in einem Informationszeitalter. Es gibt kaum ein Thema auf dieser Welt, das bisher gänzlich unerforscht blieb und zu nahezu jeder Fragestellung finden sich bereits etliche wissenschaftliche Ausführungen. Sich einen Überblick zu verschaffen, ohne sich in Details zu verlieren, ist gerade heute eine der größten Herausforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens. Die Vielzahl an Informationen, die uns heute zur Verfügung steht, kann ein Segen sein. Doch sie wird zum Fluch, wenn die eigene Kreativität unter der Informationsflut begraben wird.

Wenn wir keinen Raum mehr für die eigene Innovationskraft finden, ist es an der Zeit buchstäblich im Kopf „aufzuräumen“, den Ballast auszusortieren oder zumindest so zu organisieren, dass wir wieder frei denken können. Bildlich gesprochen sollten wir der rationalen linken Gehirnhälfte aus der Tretmühle verhelfen, um die rechte, kreativ denkende Hälfte zu aktivieren.

Und das schaffen wir einzig und allein durch Strukturierung.

Der durch das Ordnen gewonnene Freiraum im Kopf führt beim wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur zu mehr Konzentration und somit zu qualitativ besseren Ergebnissen, sondern auch zu mehr Gelassenheit, die wiederum das kreative Denken fördert. Die besten Ideen kommen schließlich nicht nach stundenlangem Grübeln über denselben Textpassagen, sondern unter der Dusche, beim Spaziergang mit dem Hund oder nachts um halb vier auf dem Heimweg von der Party.

Und wie schaffen wir uns diese Struktur nun?

Das Bewusstsein für das Potenzial, das Struktur und Ordnung für die Innovationsfindung entfalten können, hilft bereits dabei, sich beim wissenschaftlichen Arbeiten nicht in Details zu verlieren, sondern das Große und Ganze im Auge zu behalten. Wie die Strukturierung von Informationen, Notizen, Gedanken und Ideen schließlich im Konkreten erfolgt, bleibt höchst individuell und kann durch zahlreiche analoge und digitale Hilfsmittel unterstützt werden. Mithilfe des digitalen Zettelkastens etwa lässt sich im Handumdrehen eine Art „Back Up“ fürs Gehirn erstellen, in dem die eigene strukturelle Ordnung wie in einem zweiten Gedächtnis „ausgelagert“ werden kann, sodass mehr Freiheit für kreatives Denken im eigenen Kopf bleibt. 

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Viel Spaß beim Forschen!

Photo by rawpixel on Unsplash

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