Hilfe, Schreibblockade! 2 Monaten ago

 

Wer regelmäßig wissenschaftlich arbeitet, weiß, wie schleppend der Schreibprozess manchmal sein kann. Wenn sich mal wieder nichts außer Verwirrung im Kopf breitmachen will und kein Wort mehr den Weg aufs Papier findet, dann helfen dir diese sechs Tipps, um dich wieder auf Kurs zu bringen.

1. Mach‘ Pause

So banal es klingt: Manchmal hilft bereits ein kurzer Spaziergang, ein Power Nap oder ein Pläuschchen mit der Schwester am Telefon, um mit frischen Gedanken weiter durchstarten zu können. Denn wenn die Ideen ohnehin nicht sprudeln wollen, kannst du die Zeit besser in eine Erholungspause investieren statt dich zu zwingen, ein weißes Blatt Papier anzustarren.

2. Vollziehe einen Tapetenwechsel

Ob am Schreibtisch daheim, in der Bibliothek oder im Büro. Wer jeden Tag in denselben vier Wänden tüftelt, dem fällt schon einmal die Decke auf den Kopf. Die temporäre Verlegung deines Arbeitsplatzes kann dir zu derjenigen Inspiration verhelfen, die du brauchst, um wieder in Fahrt zu kommen.

3. Verzettel dich nicht in Kleinigkeiten

Der Satz ist zu lang? Die Formulierung nicht präzise genug? Nicht jedes Wort, das du schreibst, muss auf Anhieb perfekt sein. Akribisches Optimieren von Satzteilen oder Absätzen führt dazu, dass du dich immer wieder selbst aus dem Schreibfluss bringst. Wenn du eine Idee festhalten möchtest, schreibe sie in einem Stück. Für Schönheitskorrekturen bleibt später noch Zeit.

4. Hab‘ Mut zur Lücke

Warte nicht darauf, allumfassend über ein Thema informiert zu sein, ehe du mit dem Schreiben beginnst. Denn selbst nachdem du alle noch so relevant erscheinenden Quellen gelesen hast, wartet selten die große Erleuchtung auf dich. Im Gegenteil: Vor lauter Verwirrung darüber, wie komplex dein Thema wirklich ist, stellt sich die Schreibblockade bereits ein, bevor du den Rechercheprozess beendet hast. Auch auf die Gefahr hin, noch nicht alle nötigen Informationen gesammelt zu haben, lohnt es sich, mit dem Schreiben einiger Inhaltsabschnitte bereits zu beginnen, während du dich über das Thema informierst.

Statt im Rahmen der Literaturrecherche einfach „drauflos“ zu lesen, kann es eine gute Strategie sein, das Thema bereits im Vorfeld in grobe inhaltliche Abschnitte zu untergliedern sowie Prioritäten festzulegen, also zu bestimmen, welche Informationen zur Bearbeitung der Fragestellung unbedingt benötigt werden und welche eher zweitrangig sind. Die verschiedenen Literaturquellen lassen sich dann ebenfalls anhand ihrer thematischen Schwerpunkte kategorisieren, priorisieren und anschließend Stück für Stück bearbeiten. So kann bereits mit einzelnen Abschnitten begonnen werden, ohne dass die Flut an Informationen über dir zusammenbricht und dich endgültig lähmt.

5. Gehe nicht chronologisch vor

Einen geeigneten Anfang zu finden gehört zu den größten Herausforderungen des wissenschaftlichen Arbeitens. Warum also gleich mit der schwierigsten Aufgabe starten? Mittendrin anzufangen hat den Vorteil, dass du erst einmal allen Ideen freien Lauf lassen kannst, ohne dass du dir zu viele Gedanken darüber machen musst, an welcher Stelle das, was du schreibst, in das Gesamtkonzept passt. Die Verbindungen zu anderen Textpassagen lassen sich häufig später einfügen. Manchmal ergibt sich die Struktur sogar erst dann, wenn separat verfasste Absätze im Zusammenhang betrachtet werden.

6. Probiere Kreativtechniken aus

Die bekannteste Methode nennt sich Freewriting. Dabei geht es darum, in einer bestimmten Zeit – zum Beispiel zehn Minuten – alles aufzuschreiben, was dir durch den Kopf geht. Was genau du schreibst, ist dabei eher nebensächlich. Viel wichtiger ist, nicht mit dem Schreiben aufzuhören bis die Zeit abgelaufen ist. Denn das Ziel der Technik ist, in den Schreibfluss zurückzufinden. Schreibblockaden entstehen häufig gerade dann, wenn dein Kopf voller Ideen ist, du diese aber für zu unstrukturiert oder wenig durchdacht hälst, um sie in Reinform aufschreiben zu können. Freewriting kann dabei helfen, den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen, die wertvollen Ideen tatsächlich zu Papier zu bringen und ganz nebenbei die Schreibblockade zu lösen. Denn sobald du dich einmal „warmgeschrieben“ hast, fällt auch der Rest sehr viel leichter. Wie Freewriting genau funktioniert, siehst du in diesem kurzen Video:

 

Header Photo by Clark Young

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